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FOKUS DEUTSCH
Episode 26


INTRO

13:28

PROFESSOR:

Jugendliche in Deutschland: damals und heute, radikal oder angepasst, konservativ oder liberal? Und was ist ihnen wichtig?

SUSANNE:

Wie ich die Jugend beschreiben würde?Also erstmal ist das ein weites Feld... Also ich denke das ist in jeder Gesellschaft oder in jedem Land so, dass es da unterschiedliche Arten von Jugendlichen gibt und man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Aber es gibt viele, die sehr sportlich interessiert sind, oder es gibt auch einige, die politisch interessiert sind, oder die einfach gerne was unternehmen, in die Disko gehen. So Dinge, die eigentlich jeder Jugendliche gerne macht.

ERIKA:

Die Jugendlichen in Deutschland, denke ich, werden immer interessantere Menschen. Ich finde ganz toll wie die jungen Leute heutzutage mit sich selbst umgehen und mit der... mit der Aussenwelt, die wirklich nicht einfach ist. Es sind so viele Einflüsse. Ich finde die deutsche Jugend sehr, sehr gute junge Leute.

PROFESSOR:

Man sagt, es sind die Suche nach Identität, Demonstrationen, Lebensstile. Egal was man sagt, die Jugend befindet sich im Wandel. In dieser Folge sehen Sie drei Jugendliche - Ulla, Kristian und Ramona. Aber zuerst ein Blick zurück...

 

DOCUMENTARIES

"Jugend in Bewegung"

15:17

ERZÄHLER:

Die 50er Jahre sind das Jahrzehnt des Rock 'n Roll. Die Musik aus Amerika begeistert auch die Jugendlichen in Deutschland. Der Rock 'n Roll ist Ausdruck ihres Protestes gegen die Ideale der Eltern. Die Eltern geniessen den neuen Wohlstand. Man interessiert sich für Autos, Schmuck und Mode, Fernseher und Radios. Ruhe, Sauberkeit und Bescheidenheit heissen die Ideale der Eltern. Sexualität ist tabu. Dagegen wehren sich die Jugendlichen.

16:31

In den 60er Jahren schaffen sich die Jugendlichen ihre eigene Kultur: Musik, lange Haare, und Drogen sind Zeichen ihres Protestes. Natürlich gibt es auch Jugendliche für die Ausbildung, Familie, und Beruf wichtig sind. Ein Teil der Jugendlichen engagiert sich politisch. Der Vietnam-Krieg bringt sie zu Demonstrationen zusammen. Der friedliche Protest der Studenten führt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

17:40

In den 70er und 80er Jahren engagieren sich die Jugendlichen für Frieden, soziale Gerechtigkeit und den Schutz der Umwelt.

Die 90er Jahre: Der Protest ist leiser geworden, dafür die Musik etwas lauter. Auf grossen Techno-Parties treffen sich Jugendliche aus ganz Europa.

In den vergangenen 50 Jahren haben sich die Jugendlichen viele Freiheiten erkämpft. Sie können heute zwischen vielen verschiedenen Lebensstilen wählen.

18:43

SUSANNE:

Ich bin in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, kurz gesagt SPD, und bei den Jungsozialisten. Das ist so eine Tochterorganisation wo nur Jugendliche drinne sind, und dadurch sind auch einige meiner Freunde da drin involviert, so dass es klar ist, dass einige meiner Freunde auch politisch engagiert sind. Und andererseits gibt es auch viele, die eben, wie gesagt, nur sportlich interessiert sind, oder eben auch ins Theater gehen, kulturell interessiert sind, aber dann die Politik aussen vor lassen. Also ich würd schon sagen, dass es leider immer noch zuwenige gibt, die sich für politische Themen interessieren.

STEFAN:

Viele Jugendliche sind eher träg, desillusioniert vor der Zukunft, haben ein wenig Angst um Jobs, wissen nicht genau wo ihr Leben hinführt. Es gibt viele Drogen und man ist politisch nicht sehr interessiert. Man glaubt, man könne das System nicht ändern. Es ist also keine gute Situation.

ERIKA:

Die Probleme für die Jugend heute ist das alles Bestehende doch sehr jetzt in Frage gestellt wird. Alles, woran die Deutschen bis jetzt geglaubt haben, hat sich verändert und der junge Mensch in Deutschland muss auch für sich sebst jetzt neue Wege finden und eine sehr offene Meinung haben für die Welt.

 

"Drei Jugendporträts"

20:22

PROFESSOR:

Das ist Ulla. Sie ist Gymnasiastin.

Das ist Kristian. Er lernt Bankkaufmann.

Das ist Ramona. Sie lernt Floristin.

ULLA:

Ich bin die Ulla und ich bin 19 Jahre alt. Wenn ich nicht gerade auf Tour bin, wohne ich hier bei meiner Mutter.

KRISTIAN:

Ich bin Kristian Volaric, bin 17 Jahre alt und bin kroatischer Staatsbürger, bin aber hier in Frankfurt geboren. Meine Familie ist auch seit über 20 Jahren hier in Deutschland, und ich habe hier meine ganze Kindheit verbracht.

RAMONA:

Ich heisse Ramona Baum, bin 18 Jahre alt, wohne hier in einem kleinen Dorf. Nach meiner zehnjährigen Schulzeit, hab ich nun meine Lehre in Erfurt begonnen.

21:41

In Erfurt lerne ich den Beruf der Floristin. Das ist ein sehr kreativer und auch freudiger Beruf. Und man hat mit viel... mit anderen Menschen zu tun, mit den Kunden, und auch viel mit der Natur und mit den Blumen.

22:25

KRISTIAN:

Nach meiner Schulzeit habe ich eine Banklehre bekommen, bei der Frankfurter Sparkasse. Diese Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre, und ich bin momentan im zweiten Lehrjahr.

23:18

ULLA:

Nach dem Abitur möchte ich ein Jahr reisen, die Welt erleben und Erfahrungen sammeln. Und danach möchte ich gerne Meeresbiologie studieren, um anderen Menschen mein Wissen zu vermitteln.

KRISTIAN:

Also für die Zukunft bin ich recht optimistisch, weil ich hab meine Zukunft, meine persönliche Zukunft, in meiner Hand und kann sie selber gestalten.

RAMONA:

Also Erfolg ist schon für mich sehr wichtig, ich bin eigentlich sehr ehrgeizig, aber dass ich das jetzt wegen Geld so mache, das geht bei mir eigentlich an zweiter Stelle.

ULLA:

Ich habe erkannt, dass man schon im System drin sein muss, um auch etwas zu bewegen. Und ich möchte etwas bewegen. Aber Geld ist mir nicht so wichtig, das Wichtigste an sich ist einfach nur leben.

24:24

KRISTIAN:

Private Ziele habe ich mir soweit gesteckt, dass ich in 10 Jahren ein Haus haben möchte gern, mit Familie, Frau und Kind, unter Umständen, und ein grosses schickes Auto.

RAMONA:

Also meine Zukunft, die stell ich mir eigentlich so vor, dass ich natürlich einerseits erstmal das Geschäft leite, und aber nebenbei eigentlich viele Kinder möchte, und auch 'ne grosse Familie somit.

ULLA:

Ich möchte zuerst mich selbst verwirklichen und studieren. Und danach über Kinder noch mal nachdenken.

25:19

PROFESSOR:

Wie Sie sehen, haben Jugendliche sehr individualistische Vorstellungen. Sie wollen sich selbst verwirklichen, sie wollen Erfolg im Leben haben, und sie wollen etwas ändern... und noch so viel mehr... Sind diese Vorstellungen so anders als die Vorstellungen hier?

 

25:42 END


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