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FOKUS DEUTSCH
Episode 16

ANNENBERG ANNC.
MUSIC AND CREDITS
TITLE

with
Dr. Robert Di Donato
Miami University
Oxford, Ohio

and
Susanne Dyrchs
as
"Marion"

 

PREVIEW

:35

MARION:

Warum muss ich auch am Wochenende arbeiten?

SABINE:

Du beschwerst dich viel zu viel.

MARION:

Ich beschwer mich nie! Na ja, selten.

Aber... die ganze Woche haben wir an den Geschichten geschrieben und ich hab einfach mal Lust mich auszuruhen, zu relaxen. Ein Wochenende ganz für mich selber. Ein Samstag und einen Sonntag.

SABINE:

Im Moment siehst du ehrlich gesagt gar nicht so gestresst aus...

PROFESSOR VO:

In Folge 16 zweifelt Marion daran, dass sie mir beim Deutschunterricht eine grosse Hilfe ist. Aber ihre Geschichten helfen mir sehr. Das weiss sie nur nicht. Diese Folge ist ein gutes Beispiel dafür, wie Deutsche ihre Freizeit verbringen.

1:34

Frühstück ohne Hetze am Samstagmorgen.

Rasenmähen und ein kleines Gespräch mit dem Nachbarn.

NACHBAR:

Guten Tag, Frau Schäfer!

FRAU SCHÄFER:

Tag, Herr Petersen!

PROFESSOR VO:

Und etwas Zeit, um sich zu erholen, zu relaxen.

FRAU SCHÄFER:

Dieter!

HERR SCHÄFER:

Was? Wie? Wo?

FRAU SCHÄFER:

Uwe und Renate müssen gleich da sein, dann wollen wir Kaffee trinken.

PROFESSOR VO:

Und Freunde zum Kaffee trinken einladen. Danach vielleicht ein Fussballspiel im Fernsehen gucken.

HERR SCHÄFER:

Tor! Klasse!

FRAU CORNELIUS:

Die sind wir los.

PROFESSOR VO:

Und nicht zu vergessen, den Müll recyceln und joggen gehen.

2:24

MARION:

So. Mein Wochenende ist jetzt vorbei. Ich geh mich jetzt duschen, mich umziehen und mich mit dem Professor treffen. Und wir müssen noch an den Geschichten weiterschreiben.

SABINE:

Ha ha! Ich werde an dich denken. Du arbeitest, und ich kann die Stadt besichtigen.

MARION:

Ganz toll. Mann, das ist so unfair.

SABINE:

Ja. Ich bin ja auch die liebe Schwester.

MARION:

Blöde Kuh!

SABINE:

Ey! Mann, du musst es so betrachten. Du bist dem Professor beim Deutschunterricht eine grosse Hilfe. Dein Wochenende ist garantiert keine Zeitverschwendung.

MARION:

Ja, ich weiss, aber ich wär halt lieber mit dir in die Stadt gegangen.

SABINE:

Na ja. Sag mal, erzählst du dem Professor eigentlich von mir?

MARION:

Mmm... vielleicht. Wenn ich nicht mehr die Rolle von Marion spiele.

SABINE:

Nicht schon wieder.

MARION:

Und bis dahin bleibst du mein kleines Geheimnis.

3:38

PROFESSOR:

Es ist ein so schönes Wochenende. Am Wochenende will ich mich entspannen. Und was machen Sie gern am Wochenende?

GRACE:

Normalerweise am Wochenende schlaf ich bis in die Puppen. Wenn ich dann endlich aufstehe, dann wird erstmal ausgiebig gefrühstückt. Und danach, wenn ich wirklich Lust dazu habe, dann wird längere Zeit geduscht und dann geht's wahrscheinlich zum Einkaufen, eventuell in die Bücherei, um ein bisschen zu studieren. Ansonsten viel Tennis und abends wahrscheinlich in die Disko gehen.

DIRK:

Typische Routine für mich am Wochenende wäre erstmal mit meinen Freunden was unternehmen. Das wäre dann Freitag abend, würden wir vielleicht nach Bremen fahren, ins Kino gehen, vielleicht auch in eine Disko gehen. Wir haben also sehr viele Möglichkeiten was wir machen können. Am Samstag morgens habe ich... muss ich zur Arbeit. Ich habe einen Job in einem Supermarkt. Da muss ich dann fünf oder sechs Stunden arbeiten, um ein bisschen Geld zu verdienen. Danach komm ich nach Hause und ruh mich ein bisschen aus und dann Samstag abend muss ich dann... treff ich mich dann wieder mit meinen Freunden. Wir unternehmen was zusammen. Es gibt also sehr viel zu tun.

DANIELA:

Am Wochenende schlaf ich am liebsten lange, denn die ganze Woche arbeite ich und dann nütz ich das Wochenende aus, um länger zu schlafen und das zu machen, worauf ich Lust hab. Das heisst, ich esse länger Frühstück, ich geh meistens spazieren, ich gehe sehr gern ins Kino, ich lese etwas, ich treff mich sehr oft mit Freunden.

GÜRKAN:

Am Wochenende mache ich verschiedene Dinge. Man kann nicht sagen, dass ich jede Woche das gleiche mache. Ab und zu mal fahren wir raus aus der Stadt von Berlin, wo ich lebe. Manchmal fahren wir Rad, gehen schwimmen im Sommer. Ansonsten besuche ich Theater. Letzte Woche zum Beispiel habe ich ein türkisches Theater besucht.

IRIS:

Normalerweise am Wochenende müssen wir erst einmal einkaufen und das Haus etwas saubermachen, was die Woche über liegen geblieben ist. Und wir unternehmen diverse Aktivitäten mit den Kindern. Wir gehen zum Beispiel auf den Spielplatz oder ins Schwimmbad und wir spielen Fussball.

6:15

MARION:

Hallo Bob!

PROFESSOR:

Hallo!

MARION:

Entschuldigung. Ich bin zu spät.

PROFESSOR:

Hallo! Setz dich doch.

MARION:

Danke schön!

PROFESSOR:

Einen Kaffee und ein Stück Kuchen vielleicht?

MARION:

Oh nein. Aber ein Glas Wasser wär nicht schlecht.

PROFESSOR:

Ja gerne. Vielen Dank, dass du auch am Samstag kommst. Ich versuche nämlich am Wochenende nicht zu arbeiten.

MARION:

Ach, kein Problem. Übrigens, ich habe eine neue Idee für unsere Geschichte.

PROFESSOR:

Klasse! Erzähl mal.

MARION:

Wir zeigen einfach was Leute so am Wochenende machen.

PROFESSOR:

Gute Idee, Marion. Das gefällt mir.

MARION:

Gut, okay. Dann nehm ich doch ein Stück Kuchen.

PROFESSOR:

Wie fängt die Geschichte an?

MARION:

Sie beginnt am Wochenende. Wir sehen die Familie Schäfer an einem typischen Samstag.

 

 

MINI DRAMA

7:09

FRAU SCHÄFER:

Für den Supermarkt geb ich dir noch einen anderen Einkaufszettel.

Wenn du noch zum Baumarkt willst, musst du aber bald losfahren.

HERR SCHÄFER:

Hey, ich war noch nicht fertig.

EVA:

Ja, Pech gehabt.

HERR SCHÄFER:

Komm! Gib mir jetzt sofort die Zeitung wieder. Ich hab nicht mehr so viel Zeit.

Oh Gott, es ist ja schon zehn. Jetzt aber los. Wo sind die Einkaufszettel?

EVA:

Ich komm mit in die Stadt, Papa. Ich will noch ein bisschen bummeln gehen. Die haben nämlich ganz tolle Jeans im Sonderangebot.

HERR SCHÄFER:

Aber nur, wenn Du in drei Minuten angezogen bist.

FRAU SCHÄFER:

Jeden Samstag dasselbe. Wochenende-- Freizeit! Und keiner hat Zeit.

HERR SCHÄFER:

Dafür brauche ich ja den ganzen Vormittag.

FRAU SCHÄFER:

Hier, die Milchflaschen.

HERR SCHÄFER:

Und wer macht den Garten?

FRAU SCHÄFER:

Den Garten mache ich.

EVA:

Tschüss!

8:55

NACHBAR:

Guten Tag, Frau Schäfer.

FRAU SCHÄFER:

Tag, Herr Petersen. Wie schön ordentlich Sie das alles machen!

HERR PETERSON:

Der Garten ist mein Hobby! - War ja auch mal wieder nötig mit dem Rasenmähen!

FRAU SCHÄFER:

Was haben Sie gesagt, Herr Petersen?

HERR PETERSON:

War ja mal nötig mit dem Rasenmähen.

FRAU SCHÄFER:

Ach, wissen Sie, Herr Petersen, am liebsten möchte ich so eine richtig schöne Wiese haben.... so hoch!

10:07

HERR SCHÄFER:

So, eingekauft hab ich, der Wagen ist auch gewaschen.

FRAU SCHÄFER:

Wunderbar.

HERR SCHÄFER:

So, jetzt kann ich in aller Ruhe...

FRAU SCHÄFER:

...das Regal im Schuppen aufstellen.

HERR SCHÄFER:

Du sagst es, Schatz! Genau das hatte ich vor.

FRAU SCHÄFER:

Dieter!

HERR SCHÄFER:

Was? Wie Wo?

FRAU SCHÄFER:

Uwe und Renate müssen gleich da sein, dann wollen wir Kaffee trinken.

HERR SCHÄFER:

Wie spät ist es denn? Schon halb vier? Oh mein Fussball!!

11:28

FRAU CORNELIUS:

Na, Dieter. Hallo!

HERR SCHÄFER:

Hallo... Moment...

HERR SCHÄFER:

...Tor!!! Klasse!

FRAU CORNELIUS:

Die sind wir los.

FRAU SCHÄFER:

Wollt ihr keinen Kaffee haben?

HERR SCHÄFER:

Na klar.

HERR CORNELIUS:

Gern.

HERR SCHÄFER:

Los, komm, komm, komm!

FRAU SCHÄFER:

Bitte.

HERR CORNELIUS:

Danke.

HERR SCHÄFER:

Hattest du nicht auch Kuchen gebacken?

FRAU SCHÄFER:

Wolltet ihr nicht Sport machen, statt Sport zu gucken?

HERR SCHÄFER:

Natürlich, nach dem Fussball...

HERR CORNELIUS:

Klar, nach dem Fussball gehen wir joggen!

FRAU CORNELIUS:

Männer!

12:32

HERR SCHÄFER:

Halt, Moment! Altglas!

Weissglas.

Altpapier.

HERR CORNELIUS:

Weissglas.

Dieter!

Ich geb einen aus.

13:24

Nett hier. Na ja, wahrscheinlich werd ich so schnell nicht wieder herkommen.

HERR SCHÄFER:

Aber wieso?

HERR CORNELIUS:

Ich soll nach Thüringen. Meine Firma hat da ein Werk gekauft. Ich soll die Leitung übernehmen.

HERR SCHÄFER:

Na, das ist doch toll!

HERR CORNELIUS:

Na ja, einerseits schon, aber....

HERR SCHÄFER:

Ah ja, die Familie... Aber Thüringen soll schön sein.

HERR CORNELIUS:

Nur leider etwas weit weg von Hamburg.

HERR SCHÄFER:

Weiss Renate schon Bescheid?

HERR CORNELIUS:

Ne, ne, die weiss noch nichts. Ist ja auch noch nicht hundertprozentig sicher.

HERR SCHÄFER:

Du, ich glaub wir müssen langsam.

HERR CORNELIUS:

Behalt es bitte noch für dich, bis es endgültig ist.

HERR SCHÄFER:

Na klar doch. Von mir erfährt keiner was. Oh Gott, sind Samstage anstrengend.

 

 

REVIEW

14:14

PROFESSOR VO:

Es ist Samstagmorgen. Herr und Frau Schäfer sitzen am Frühstückstisch. [captioned]

FRAU SCHÄFER:

Für den Supermarkt geb ich dir noch einen anderen Einkaufszettel.

PROFESSOR VO:

Frau Schäfer schreibt eine Einkaufsliste. Eva, ihre Tochter, will mit in die Stadt, um Jeans zu kaufen. Es gibt ein Sonderangebot.

EVA:

Die haben hier nämlich ganz tolle Jeans im Sonderangebot.

PROFESSOR VO:

Im Supermarkt wiegt Herr Schäfer Weintrauben in der Obst- und Gemüseabteilung ab. Dann muss er Schlange stehen.

Frau Schäfer mäht den Rasen.

Herr Schäfer lässt das Auto waschen.

Zu Hause muss Herr Schäfer ein Regal in der Garage einbauen.

Auf der Terasse legt er sich hin und döst. Seine Frau weckt ihn, denn Uwe und Renate kommen zum Kaffee trinken.

HERR SCHÄFER:

Schon halb vier? Oh mein Fussball!!

PROFESSOR VO:

Uwe und Renate Cornelius sind da. Herr Cornelius und Herr Schäfer sehen sich ein Fussballspiel im Fernsehen an. Die beiden brüllen los.

HERR SCHÄFER:

...Tor!!! Klasse!

FRAU CORNELIUS:

Die sind wir los.

PROFESSOR VO:

Herr Schäfer und Herr Cornelius wollen joggen gehen.

HERR SCHÄFER:

Oh, halt! Moment. Altglas.

PROFESSOR VO:

Vorher bringen sie Altglas zum Recycling-Container. Sie joggen eine Weile und sehen ein Schild für eine Gaststätte. Sie joggen in die Richtung. Herr Cornelius erzählt, dass er nach Thüringen versetzt wird.

HERR CORNELIUS:

Ich soll nach Thüringen.

PROFESSOR VO:

Seine Frau weiss es noch nicht.

HERR SCHÄFER:

Weiss Renate schon Bescheid?

HERR CORNELIUS:

Ne, ne. Die weiss noch nichts.

PROFESSOR VO:

Herr Schäfer soll das Geheimnis nicht verraten.

HERR CORNELIUS:

Behalt es bitte noch für dich, bis es endgültig ist.

HERR SCHÄFER:

Na klar doch. Von mir erfährt keiner was. [end captions]

16:19

PROFESSOR:

Interessant, dass Herr Cornelius nach Thüringen soll.

MARION:

Genau hierhin.

PROFESSOR:

Schau mal her, Marion. Auf dieser alten Karte findet man das Bundesland Thüringen nicht. Thüringen war damals ein Teil der DDR, der Deutschen Demokratischen Republik. und dieses Gebiet hatte einen anderen Namen.

MARION:

Ja, es gibt das Bundesland Thüringen auch erst seit 1990.

PROFESSOR:

1990. Die Wiedervereinigung. Was meinst du, Marion? Ist Deutschland heute wirklich vereinigt?

MARION:

Offiziell schon, aber...

PROFESSOR:

Viele Leute denken an die Berliner Mauer wenn sie an die DDR denken.

PROFESSOR VO:

Im Fernsehen haben wir gesehen, wie die Mauer abgerissen wurde. Für mich und für viele andere war es unglaublich denn die meisten dachten, es würde immer diese zwei Welten geben: Ost und West.

MARION VO:

Ich war noch zu jung. An viel kann ich mich nicht mehr erinnern.

PROFESSOR:

Alle dachten die Wiedervereinigung würde ohne viele Probleme verlaufen. Das war aber nicht der Fall.

MARION:

Ja, ich weiss. Es gibt immer noch viele Probleme.

PROFESSOR:

Vielleicht könnte deine Geschichte diese Spannungen zeigen?

MARION:

Stimmt. Sie muss diese Spannungen zeigen.

PROFESSOR:

Einverstanden! Also, fangen wir an.

 

17:50 END

 


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