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FOKUS DEUTSCH
Episode 13


ANNENBERG ANNC.
MUSIC AND CREDITS
TITLE
with
Dr. Robert Di Donato
Miami University
Oxford, Ohio
and
SUSANNE DYRCHS
as
"Marion"


 

PREVIEW

:33

PROFESSOR VO:

Das ist Marion Koslowski. Durch ihre Geschichte lernen wir Deutsch, Sprache und Kultur. Warum ist Marion in der deutschen Bibliothek? Das ist eine lange Geschichte.

Marions Vater war seit über einem halben Jahr arbeitslos.

HEINZ:

"Ja, für eine Vermittlung sind sie zu alt."

PROFESSOR VO:

Er konnte keine Stelle finden und bekam Arbeitslosengeld. Die Familie musste nach Köln umziehen denn dort hat er endlich eine Stelle als Hausmeister gefunden. Marion wollte aber nicht nach Köln. Sie wollte in Rheinhausen zurückbleiben, um ihr Abitur zu machen und sie wollte nicht die Schule wechseln.

HEINZ:

Du machst was ich sage!

MARION:

Anderthalb Jahre vor dem Abi die Schule wechseln!

PROFESSOR VO:

Sie und ihr Freund Rüdiger hatten einen Motorradunfall und kamen ins Krankenhaus.

MARION:

Eigentlich geht's mir ganz gut.

1:40

PROFESSOR VO:

Um sich zu erholen fuhr Marion mit ihrer Mutter auf die Insel Rügen in den Urlaub. Dort lernte sie einen jungen Mann kennen. Er hiess Michael. Ihr Ferienabenteuer hat Probleme zwischen Michael und seiner Freundin Silke verursacht.

Jetzt hilft Marion mir, Professor Di Donato, beim Deutschkurs.

PROFESSOR:

Hallo, Marion! Schön Sie wiederzusehen!

MARION:

Guten Tag, Herr Professor.

PROFESSOR VO:

Andere Leute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz helfen uns dabei, die deutsche Sprache und Kultur zu lehren. Marion möchte aber nicht mehr im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Viel lieber will sie jetzt andere Leute und ihre Geschichten vorstellen. Geschichten über junge Leute und die Arbeitswelt, über Familien und was sie am Wochenende machen, und über die Umwelt zum Beispiel. In der Bibliothek informiert sich Marion über diese und andere Themen.

2:49

MARION:

Hallo Professor.

PROFESSOR:

Hallo!

MARION:

Guten Tag!

PROFESSOR:

Guten Tag.

MARION:

Wie geht es Ihnen?

PROFESSOR:

Mir geht's gut, danke.

MARION:

Das ist schön.

PROFESSOR:

So viele Bücher?

MARION:

Oh ja.

PROFESSOR:

Marion, wir arbeiten jetzt schon so lange zusammen, wollen wir nicht "du" zueinander sagen?

MARION:

Oh... ja, gerne!

PROFESSOR:

Und nenn mich Bob.

MARION:

Alles klar, Bob.

PROFESSOR:

Machst du denn Fortschritte mit der Geschichte?

MARION:

Ja. Leicht ist es nicht, aber ich komme voran. Ich denke, das Material hilft uns.

PROFESSOR:

Was hast du denn alles gefunden?

MARION:

Oh, eine ganze Menge. Hör mal, Bob. Nach dem Lesen ist mir eins klargeworden. Wir müssen die Arbeitswelt zeigen.

PROFESSOR:

Ach ja, wie Freud oder jemand anders schon sagte: "Es gibt zwei wichtige Dinge im Leben, Arbeit und Liebe."

3:42

MARION:

Ja. Vielleicht benutzen wir Michaels Geschichte dafür, die Arbeitswelt zu zeigen.

PROFESSOR:

Bist du da auch drin?

MARION:

Nein, es ist Michaels Geschichte. Hier. Guck mal. Nennen wir sie "Der Auszubildende".

PROFESSOR:

Ach, ich verstehe. Michael ist Auszubildender bei einer Handelsfirma.

MARION:

Und er lernt dort seinen Arbeitsplatz kennen.

MICHAEL:

Guten Tag. Mein Name ist Michael Händel. Ich bin der neue Auszubildende.

PROFESSOR VO:

Ein gutes Beispiel wie man sich vorstellt.

HERR SCHÄFER:

So, das ist Herr Händel.

PROFESSOR VO:

Und wie man vorgestellt wird.

MARION VO:

Michaels Chef nimmt ihn mit zum Schiff.

PROFESSOR VO:

Richtig, und dann lädt er ihn zum Essen ein.

HERR SCHÄFER:

Am Freitag kommen Freunde zu mir zum Essen nach Hause. Kommen Sie doch auch vorbei!

MICHAEL:

Ja, gerne.

MARION VO:

Unsere Geschichte beginnt im Norden, in Hamburg. Hamburg ist jetzt Michaels neue Heimat.

4:35

PROFESSOR VO:

Ja, Hamburg. In Hamburg befindet sich der wichtigste Hafen Deutschlands und damit das grösste Handelszentrum für den Überseeverkehr. Hamburg ist umgeben von Wasser und Kanälen und hat fast drei Millionen Einwohner. Hamburg ist auch eine Kulturstadt ersten Ranges. Das erste deutsche Schauspielhaus wurde hier im Jahre 1678 gebaut. Heute ist die Stadt Hamburg auch ein bedeutendes Medienzentrum mit wichtigen Verlagen und Fernsehsendern. Sehen wir uns jetzt mal die Folge "Der Azubi" an.

 

 

MINI DRAMA

5:40

MICHAEL:

Darf ich vorstellen: Michael Händel. Beginnt heute seine Lehre als Speditionskaufmann. Mist.

Entschuldigung, wie komme ich denn hier zur nächsten Bushaltestelle?

MANN:

Hier runter und dann nach links.

MICHAEL:

Danke schön.

6:47

SEKRETÄRIN:

Ja, bitte.

MICAHEL:

Guten Tag. Mein Name ist Michael Händel, ich bin der neue Auszubildende ...

SEKRETÄRIN:

Herr Händel, natürlich. Herr Schäfer, der neue Azubi ist da. Ich hätte Sie beinahe nicht wiedererkannt. Sie sehen ja so anders aus, so förmlich.

MICHAEL:

Na ja, ich dachte mir am ersten Arbeitstag...

HERR SCHÄFER:

Guten Tag, Herr Händel.

MICHAEL:

Guten Tag.

HERR SCHÄFER:

Ich werde Ihnen jetzt unsere Firma zeigen. So, das ist hier mein Büro. Hier nebenan haben wir unsere Dispositionsabteilung. Hier ist unser Fotokopiergerät. Das Faxgerät.

7:38

So, das ist Herr Händel. Darf ich Ihnen Ihre Kollegen vorstellen: Das ist Frau Hermsen, Herr Rahnstein, und Herr Ohlsen. Und das dort hinten, das ist Ihr Platz.

Na, wie sieht's aus, Karl, sind die Papiere für die Cap San Diego fertig? Ich muss gleich noch mal zum Hafen.

KARL:

Klar.

HERR SCHÄFER:

Gut. Da können Sie gleich mitkommen. Da können Sie gleich eines unserer Schiffe kennenlernen.

MICHAEL:

Jo, das wär' geil. Ich ....meinte, das würde ich gerne machen.

HERR SCHÄFER:

Also gut, bis später dann. Ich hol Sie dann ab. Ach Karl, sei doch bitte so nett und zeig dem Herrn Händel wie die Frachtpapiere ausgefüllt werden, ja?

KARL:

So, guck mal. Da kommt der Name des Schiffes hin...

8:33

HERR SCHÄFER:

Wie gefällt es Ihnen in der Firma?

MICHAEL:

Gut.

HERR SCHÄFER:

Aber?

MICHAEL:

Na ja, am ersten Tag ist alles ein wenig schwierig.

HERR SCHÄFER:

Ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Na, wie gefällt Ihnen Hamburg?

MICHAEL:

Ja...

HERR SCHÄFER:

Na kennen Sie hier niemand?

MICHAEL:

Nein. Ich kenne hier niemanden.

HERR SCHÄFER:

Vor 20 Jahren bin ich auch ganz allein nach Hamburg gekommen. Nein, stimmt gar nicht. Vor 23 Jahren. Mein Gott wie die Zeit vergeht. Aber jetzt will ich nicht mehr weg von Hamburg.

Wissen Sie was? Am Freitag kommen Freunde zu mir zum Essen nach Hause. Kommen Sie doch auch vorbei.

MICHAEL:

Ja, gerne, vielen Dank.

HERR SCHÄFER:

Ich koche selbst. Ich bin nämlich Hobbykoch.

 

 

REVIEW

9:31

MARION:

Was sagst du dazu?

PROFESSOR:

Interessant. Ein Tag im Leben eines Auszubildenden.

MARION:

Michael lernt zum Beispiel seine Arbeitskollegen kennen.

HERR SCHÄFER:

Darf ich Ihnen Ihre Kollegen vorstellen: Das ist Frau Hermsen, Herr Rahnstein, und Herr Ohlsen. [captions]

PROFESSOR:

Es scheint ja, dass Michael eine gute Lehrstelle gefunden hat.

MARION:

Bei der Handelsfirma? Stimmt. Sein Chef lädt ihn sogar zum Essen ein.

HERR SCHÄFER:

Am Freitag kommen Freunde zu mir zum Essen nach Hause. Kommen Sie doch auch vorbei.

MICHAEL:

Ja, gerne. [end captions]

PROFESSOR:

Das wundert mich. Ist es üblich, ich meine, dass ein Chef den Azubi zum Essen einlädt?

MARION:

Das wei ich auch nicht so genau. Jeder Arbeitsplatz ist da anders, glaub ich.

PROFESSOR:

Michael hat sich sehr schön angezogen für den ersten Tag. Sakko und Schlips - sieht ja gut aus.

MARION VO:

Er möchte einen guten Eindruck machen, glaube ich.

MICHAEL:

Entschuldigung, wie komme ich denn hier zur nächsten Bushaltestelle?

MANN:

Hier runter und dann nach links.

MARION:

Es ist wichtig für ihn, Respekt zu zeigen und respektabel auszusehen.

10:44

PROFESSOR VO:

Und Michael fährt mit dem Bus zur Firma. Er hat kein Auto.

MARION VO:

Nein, Michael ist Auszubildender. Azubis haben meistens wenig Geld. Sie verdienen nur soundso viel im Monat, aber es ist meistens nicht genug, um ein Auto zu kaufen. Aber Michaels Chef fährt einen BMW.

PROFESSOR VO:

Mich interessiert wie es aussieht in so einer Firma. Die Sekretärin ruft den Chef. [captions]

SEKRETÄRIN:

Herr Schäfer, der neue Azubi ist da.

PROFESSOR VO:

Michaels Chef heisst Herr Schäfer.

HERR SCHÄFER:

Das ist hier mein Büro.

PROFESSOR VO:

Der Chef zeigt Michael das Büro. Er zeigt ihm das Fotokopiergerät und das Faxgerät.

HERR SCHÄFER:

Das ist Herr Händel.

PROFESSOR VO:

Michael lernt seine Mitarbeiter kennen. Michael hat einen Schreibtisch und einen Computer. [end captions]

11:45

PROFESSOR:

Aber warum muss er Azubi sein?

MARION:

Na, nicht jeder geht zur Uni. Viele junge Leute wollen lieber gewerblich oder handwerklich tätig sein. Na, so erreichen sie eben ihr Berufsziel am besten, und Michael ist dafür ein gutes Beispiel.

PROFESSOR:

Aber hier scheint Michael ganz anders zu sein als der junge Mann, den du auf Rügen kennengelernt hast.

MARION:

Oh ja. Michael ist erwachsen. Er wird reifer. Bei der Arbeit wird man eben realistischer.

PROFESSOR:

Wird Marion auch realistischer?

MARION:

Ach, Marion, die ist im Moment unwichtig. Michael, der Azubi, ist jetzt unser Star.

PROFESSOR:

Da bin ich mir nicht so sicher.

MARION:

Doch, doch. Die Geschichte muss sich auf aktuelle Themen konzentrieren. Na, wie zum Beispiel Ausbildung.

12:39

PROFESSOR:

Was machen denn Azubis?

ANETT:

Meine Freundin Susann ist Azubi. Sie lernt Apothekerin. Sie geht zu einer Schule in einer grösseren Stadt. Und sie arbeitet nebenbei in einer Apotheke, um die praktischen Sachen kennenzulernen.

GRACE:

Ich glaube fast die Hälfte meiner Klasse hat die Lehrlingsausbildung in verschiedenen Fächern. Mein Freund Felix hat die Mechanikerlehre gemacht und er arbeitet jetzt wahrscheinlich zwei Tage in der Woche und geht dann auch zur Zeit in die Schule.

ANJA:

Mein Bruder ist in Potsdam zur Schule gegangen und hat danach eine Ausbildung als Elektriker absolviert. Und er ist drei Jahre zur Schule gegangen und hat auch drei Jahre Erfahrungen in diesem Beruf erlernt.

13:28

PROFESSOR:

Die Arbeitswelt ist zwar sehr interessant Marion, aber ich möchte lieber deine Geschichte hören. Vergessen wir Michael.

MARION:

Aber die Geschichte von Michael ist ein gutes Beispiel dafür wie Jugendliche in der Arbeitswelt ihre Identität suchen.

PROFESSOR:

Aber dann müssen wir irgendetwas an Michaels Geschichte ändern.

MARION:

Das ist kein Problem. Lass mich einfach mal.

PROFESSOR:

Was machst du denn da?

MARION:

Gute Dramen bestehen doch aus Konflikten, oder? Das hast du selber gesagt. Also. Eine grosse Überraschung wartet auf Michael.

PROFESSOR:

Inwiefern?

MARION:

Ich weiss genau, was ich machen muss. Also, Michael, auf die Plätze, fertig, los!

 

14:16 END


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